|
|
 |
| |
|
|
|

DIE
FEIJOADA
Die
Feijoada ist für die Brasilianer so "heilig"
wie die Nationalhymne. sie ist in ganz Brasilien bekannt,
wird aber in den verschiedenen Regionen mit einigen Varianten
zubereitet. Ursprünglich ist es ein Armenessen der
senzalas (Sklavenhütten) aus Abfällen der Herrenhäuser.Die
Feijoada wird traditionell aus schwarzen Bohnen (Feijão)
zubereitet. In Bahia ist es Brauch, auch braune Bohnen
zu verwenden. Die Bewohner des Landesinneren von Bahia
haben eine unfehlbare Methode, die notwendige Bohnenmenge
zu kalkulieren: eine gute Handvoll Bohnen pro Person.
Zudem können die verschiedensten Gemüsesorten
der Feijoada beigegeben werden, zum Beispiel Kürbis,
Weiß- und andere Kohlsorten. Dies ist vor allem
im Norden Brasiliens üblich. Auch die verwendeten
Fleischsorten variieren sehr stark. Man kann bis zu 13
verschiedene Fleischsorten dazugeben, doch sind nicht
alle obligatorisch. Einzigartig in Brasilien - und für
eine fremde Zunge im ersten Blick ungewöhnlich -
ist das gesalzene Fleisch und in der Sonne getrocknetes
Fleisch, das Trockenfleisch: Carne de seca, Charque oder
Carne do Ceará.Das verwendete Rindfleisch sollte
nicht zu fett sein, braucht aber nicht die beste Qualität
zu haben: man kann Suppen- oder Bauchfleisch verwenden.
Wichtig ist das geräucherte Fleisch, ein gutes Stück
Kasseler, dicke Rippe, etc. Es empfiehlt sich, einen großen
teil des Fetts vom Kasseler abzunehmen, damit die Feijoada
nicht zu schwer wird. Unerläßlich ist eine
kräftige Wurst (spanische Cabanos, Mettendchen von
guter Qualität, auch frische Krakauer), die als Ersatz
für die Linguiça de Porco dienen kann, die
in Mitteleuropa unbekannt ist. Schweinefüßchen,
- öhrchen, und -schwänzchen sind nicht zum Verzehr
gedacht, sondern sollen der Feijoada einen besonderen
Geschmack verleihen und die Brühe sämiger machen.
Sie sollten kurz abgebrüht werden, bevor man sie
in die Feijoada gibt.
Für
eine gute Feijoada ist dreierlei zu beachten:
-
Das
Fleisch sollte über Nacht in einer Beize liegen.
-
Die
Bohnen müssen viele Stunden langsam kochen, damit
die Brühe sämig wird.
-
Die
Beilagen sollten nicht vernachlässigt werden:
eine ausgezeichnete Farofa, Orangenscheiben, eine
Molho de Pimenta bem quente (eine sehr scharfe Pfeffer-Sauce),
eine Caipirinha.
Umfassende
Feijoada (Feijoada completa) für 10 Personen1 ½
kg schwarze oder braune Bohnen
-
500
g Suppenfleisch
-
1-2
Schweinezungen (evt. geräuchert)
-
500
g Carne seca (Ersatztprodukt: Kasseler)
-
500
g Schweinelende
-
150
g geräucherter Speck
-
750
g Linguiça (Ersatztprodukte: spanische Cabanos,
Mettendchen von guter Qualität, auch frische
Krakauer)
-
1
Schweinefüßchen
-
1
Schweineöhrchen
-
1
Schweineschwänzchen
-
Öl
-
6
Zwiebeln
-
8
Knoblauchzehen
-
1
Orange
-
3
Lorbeerblätter
-
evt.
gemahlener Kreuzkümmel (Kümmel ist kein
Ersatz für Kreuzkümmel! Etwas milden Curry
nehmen oder darauf verzichten)
-
Salz,
Pfeffer
-
Für
die Marinada
-
3
Eßlöffel Weinessig
-
2
Knoblauchzehen
-
2
Teelöffel Salz
-
3
Teelöffel Pfeffer
Die gewaschenen Bohnen in reichlich Wasser lang einweichen.
Ebenfalls am Abend zuvor die verschiedenen Fleischsorten
in einer Marinada aus Weinessig, zerdrücktem Knoblauch,
Salz und Pfeffer einlegen.Am nächsten Tag in einem
großen Topf in etwas Öl 2 kleingeschnittene Zwiebeln
und 3 zerdrückte Knoblauchzehen anbraten, die Bohnen
mit ihrem Einweichwasser dazugeben und ca. 1 ½ Stunden
bei niedriger Temperatur kochen (evt. noch Wasser dazugießen).In
einem anderen Topf in Öl 4 große, in Ringe geschnittene
Zwiebeln, 5 zerdrückte Knoblauchzehen und die Lorbeerblätter
andünsten, bis die Zwiebelringe weich und glasig sind.
Die verschiedenen Fleischsorten in der oben angegebenen
Reihenfolge zufügen - ca. alle 10 Minuten die nächste
Sorte, mit der Schweinelende auch Schweinefüßchen,
-öhrchen, - schwänzchen, dabei auf die verschiedenen
Garzeiten des Fleisches achten (Rindfleisch und Zunge benötigen
länger als Kasseler etc.). Alles schmoren lassen. Das
Fleisch soll schließlich sehr weich sein, jedoch nicht
zerfallen. Nach ca. 1 ½ Stunden das Fleisch, die
Würstchen und die anderen Zutaten in den Bohnentopf
geben und alles zusammen nochmals 1 ½ bis 2 Stunden
bei schwachem Feuer kochen. Ab und zu mit dem Holzlöffel
umrühren. Evt. mit Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer
nachwürzen. Die Bohnen müssen weich sein, dürfen
aber nicht zerkochen, und die Brühe soll reichlich
und sämig sein. Beachten sie jedoch, daß die
Feijoada keine Suppe ist. Eine geschälte ganze Orange
während des Kochens in den Topf legen. Dadurch vermindert
sich der Fettgehalt.Variante:Die Schweinefüßchen,
-öhrchen, -schwänzchen können durch 500 g
geräucherte Rippchen ersetzt werden.Beilagen: Reis,
geschälte Orangenstückchen und Couve Mineira (Ersatzprodukte:
Brokkoli, Blumenkohlblätter oder Kohlrabiblätter);
unbedingt eine scharfe Molho de Pimenta (Ersatz Chilli Sauce
oder handelsübliche Pfeffersauce); eventuell Kopf-
oder Tomatensalat.

|
|
| |
|
|
|